Minimalismus

Anne Donath – Bericht über ein einfaches Leben

6. November 2016
Anne Donaths Buch "Wer wandert, braucht nur, was er tragen kann"

Wer wandert, braucht nur, was er tragen kann* heißt das Buch von Anne Donath, dass ich mir vor circa drei Monaten, vor meiner ersten Kurzwanderung, zugelegt habe.

Ich, als angehende Wanderin, fühlte mich sofort durch den Titel angesprochen und kaufte mir das Buch ohne überhaupt den Einband zu lesen. Eher untypisch für jemanden der minimalistisch lebt.

Für Bücher hatte ich schon immer eine Schwäche…

Zuerst ließ ich mich von der Headline blenden und dachte an einen Ratgeber für Wanderungen. Ich lag natürlich falsch, wie sich schnell herausstellte.

Vielmehr geht es in Anne Donaths Buch darum, wie sie “nach vielen Reisen (…) den Sprung in ein neues Leben” wagte und sich von allem trennte, “was man nicht wirklich braucht.”

“Seitdem kommt sie ohne Strom, Heizung und Fernsehen zurecht. (…) Ihre Lebensmittel wachsen ums Haus, die Wolle zum Spinnen auf Nachbars Schafen, das Brennholz kommt aus dem Wald hinter dem Dorf.”

Zugegeben Anne Donaths Geschichte ist ein extremes Beispiel für den Weg von einem gewöhnlichen, hin zu in einem minimalistischeren Leben – aber ein inspirierendes.

Weshalb ich es an dieser Stelle mit Dir teile.

Anne Donath macht in “ihrer Holzhütte, versteckt zwischen Weinreben und Rosen, ihren persönlichen Traum wahr” – und Du kannst das auch.

 

Von Überfluss…

Holzhütten von Anne Donath

“Gut, der Ehrlichkeit halber sollte ich vielleicht sagen, das mein Haus- und Grundbesitz nicht ganz den Vorstellungen entspricht, die wir hierzulande davon haben”, schreibt Anne.

Stimmt, denn ihr Haus hat gerade einmal eine Grundfläche von vier Mal vier Metern und umfasst nur einen Raum.

Aber es gehört ihr. Keine Schulden. Nach 7 Jahren war das Haus abbezahlt.

Wenn ich an die Hamburger Grundstückspreise denke und überschlage was es kosten würde, darauf ein Haus zu bauen, wäre ich wohl im Rentenalter noch nicht schuldenfrei – vorausgesetzt, die Bank gibt mir überhaupt einen Kredit.

Ja, das liebe Geld.

“… alles, was uns so regelmäßig voraussehbar auf dem Konto eingeht, ist ja schon verpulvert, eh es gutgeschrieben ist, weil ihm unsere Wünsche schon wild entgegen gewuchert sind.”

Ein Zeichen unserer konsumorientierten Überflussgesellschaft. Nur die wenigsten haben verstanden, dass Zeit viel wertvoller ist als Geld oder jeglicher Besitz.

Das weiß auch Anne: “Wenn Zeit Geld ist, bin ich reich. Und besser dran als der Kollege mit der Villa und dem Benz, weil (…) seine Villa und sein Benz ihn zum Sklaven machen, wenn er sie behalten will.”

Überflüssig.

Passenderweise hat Anne Donath das Kapital, in dem sie über ihr Haus und ihr Leben schreibt, “Zeit und Geld” genannt. Von letzterem hat sie laut eigenen Aussagen nicht viel. Sie nennt es einen “bescheidenen Lohn”. Zum Leben reichts.

Interessant ist, dass Anne ihre gesamte Jahresarbeitszeit in drei Sommermonaten ableistet. Dann wenn ihre Kollegen “in den hart verdienten Urlaub gehen wollen”. Den Rest des Jahres hat sie frei und verbringt ihre Zeit zuhause oder auf Reisen.

 

… zur Einfachheit.

Anne Donath

Das Buch “Wer wandert, braucht nur, was er tragen kann” ist in meinen Augen ein toller Impuls für ein minimalistisches Leben und dafür es genau so zu gestalten, wie man möchte. Unabhängig von Geld und Konsum – oder einem klassischen Arbeitsverhältnis.

Keine Sorge, Du musst ab sofort nicht asketisch leben oder auf alles verzichten, aber horch doch mal in Dich hinein:
Was brauchst Du wirklich?

Am Ende wirst Du vermutlich hoffentlich zu dem Entschluss kommen, dass es nicht viel braucht, um ein erfülltes Leben zu führen. Anne Donath ist das beste Beispiel.

Apropo, wenn Du das Buch von ihr gerne lesen möchtest, hinterlasse mir doch einen Kommentar. Ich schicke Dir mein Exemplar gerne zu! 🙂

* Ein Hinweis: Meine Empfehlung enthält einen Affiliate-Link zu Amazon – bitte seid gnädig. Wenn Du über diesen Link z. B. ein Buch kaufst, erhalte ich eine kleine Provision.

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